Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach*

© darkmoon 1968/pixabay

Oftmals ist es die Angst vorm Scheitern, was uns davon abhält, Neues zu wagen. Die Angst davor, belächelt zu werden. Doch gerade das ist es, woran wir wachsen. Wir sammeln die Erfahrungen, wie etwas nicht funktioniert. Und denken Sie immer daran: Die Menschen belächeln nicht Sie , sondern immer ihre eigenen Probleme! Ein kleines Beispiel gefällig?

Aussage: „Wie kann man bei dieser Hitze joggen gehen? Kein Wunder, wenn der einen Herzinfarkt bekommt!“
Nun meine Frage: Wie oft lesen Sie in der Zeitung, dass wieder ein Jogger gestorben ist? Genau, nie!Diese Person, die solch eine Aussage trifft, geht weder bei Hitze, Kälte, Regen oder sonst irgendwelchen Begebenheiten zum Sport.
Dieser Mensch wird immer eine Ausrede finden, etwas nicht zu tun. Solche Leute können es sich schlicht und einfach nicht vorstellen, dass Veränderung Spass machen kann.

Es ist also nicht wegen Ihnen, dass Sie belächelt werden, sondern wegen den Menschen selbst, von denen Sie belächelt werden!

Ein wichtiger Tipp, bevor Sie in die Umsetzung kommen: Umgeben Sie sich mit Menschen, die an Sie glauben, die Ihnen bei Ihrem Vorhaben helfen und zur Seite stehen. Sie brauchen niemanden, der Ihnen sagt, dass Sie das sowieso nicht schaffen. Think bigger! Denken Sie noch größer als der Rest der Welt! Und denken Sie vor allem positiv. Mit einer positiven Grundeinstellung fällt vieles leichter. 
Auf geht`s, ich helfe Ihnen, Ihre Grenzen zu verschieben.

Lassen Sie mich nun mit einer Wunschvorstellung aufräumen: Hinein- oder heraus-schleichen aus oder in eine Routine wird nicht funktionieren. Gewohnte Verhaltensmuster zu ändern bedürfen konsequenter Handlungen und Maßnahmen. „Ein bis zwei Mal die Woche ein Stück Kuchen oder ein Eis wird schon noch gehen. Der Dauerlauf, der auf meinem Trainingsplan steht, den kann ich ja auch morgen machen, da ist vielleicht das Wetter besser“ …Stopp!
Ich erinnere an meinen ersten Blog vom 19.06.2020: Triff eine Entscheidung und ziehe es durch! Ein bisschen schwanger gibt es schließlich auch nicht. Love it, change it or leave it.

Ich erlebe es sehr oft, dass Kunden mit der Bitte zu mir kommen, ihnen zu helfen, da sie aus dem Nichts einen Marathon laufen wollen, Gewicht reduzieren oder einfach mehr Mobilität und Stabilität erlangen möchten, ohne aber bisher jegliche Art von Sport, außer dem sehr lange zurückliegenden Schulsport, ausgeübt zu haben.
Genau hier ist aber der Punkt, an dem viele scheitern, weil die kurzfristigen Ziele einfach zu hoch gesteckt sind. Geduld ist das A und O. In 20 Minuten richten, was in 20 Jahren versäumt wurde, ist schlichtweg nicht möglich.

„Think bigger“ ist super und zeugt von einem guten Selbstvertrauen, aber der Zeitraum muss realistisch sein. Gerade deshalb ist die Unterstützung durch einen Profi eine gute Investition. Wie wäre es an dieser Stelle mit Personal Training? Ich verweise auf meine Umfrage, was Kunden an Personal Training schätzen. (Blog vom 04.07.2020)

Ich bevorzuge klare Worte. Als Personal Trainer verstehe ich es als meine Pflicht, den Menschen und meinen Kunden aufzuzeigen, was möglich und was (vorerst) Utopie ist. Etwas zu versprechen, was letztendlich zu einer Enttäuschung führen kann, ist die größte De-Motivation. Alles, was über das vereinbarte Etappenziel hinaus geht, unterstreicht den Erfolg und bestätigt die Willenskraft.

Aus diesem Grunde warne ich vor den sogenannten „Fitness-Mythen“. Wenn diese befolgt werden, lässt die Enttäuschung nicht lange auf sich warten. Sie schleichen sich in unsere Gedanken und versprechen geradezu Gigantisches. Seien Sie auf der Hut! Beachten Sie dazu den Hinweis am Ende dieses Beitrages.

Kleine Ziele sind der Schlüssel zum Erfolg, vor allem wenn Sie Sport und Bewegung nur aus dem TV kennen. Ich möchte Ihnen nun folgende Tipps an die Hand geben, um den Point of no return erfolgreich zu passieren, verbunden mit typischen Ausreden und wie Sie Ihre festgefahrenen Denkmuster überlisten:

Dokumentieren Sie, gerade am Anfang, Ihr Training und vor allem die Trainingserfolge! Notieren Sie Ihr Gewicht, schreiben Sie sich auf, wieviele Minuten Sie heute länger gelaufen oder gewalkt sind als noch vor einer Woche! Wieviele Kniebeugen, Liegestütze etc. standen in Ihrem Plan und was haben Sie gemeistert?
Dies alles ist zusätzliche Motivation. Lesen Sie Ihren Fortschritt schwarz auf weiss. Belohnen Sie sich! Bspw. mit einer neuen Sportausrüstung. Trendy im Wald ist immer noch besser als gar nicht im Wald… 

„Laufen ist nichts für mich“ 
Laufen ist die einfachste und günstigste Weise, sich (fort) zu bewegen. Tür auf und los, egal wo Sie wohnen. Alles was Sie benötigen sind ein paar Laufschuhe. Der angenehme Nebeneffekt lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten, denn Laufen ist der Kalorien-Burner schlechthin. Vor allem in der Kürze der Zeit gibt es wenig Vergleichbares. Um die gleiche Anzahl an Kalorien zu verbrennen, die Sie bei einer 30 minütigen Laufeinheit verschleudern, sind schon 60 Minuten Radfahren oder 90 – 100 Minuten strammes Walken notwendig. Ausserdem eignet sich der Sport an der frischen Luft hervorragend dazu, die Psyche zu entlasten. Erlebtes aus dem beruflichen sowie sozialen Umfeld wird verarbeitet, es werden Lösungen gefunden. Wie oft bin ich schon nach einem Lauf nach Hause gekommen und habe meiner Frau von neuen Ideen oder Einfällen erzählt, welche mir schon tage- oder wochenlang durch den Kopf gegeistert sind.Sollten Sie allerdings beim Walken/Laufen Schmerzen verspüren, kann dies viele Ursachen haben (Schuhwerk, Laufstil, muskuläre Defizite). Hier ist es ebenfalls ratsam, sich die Hilfe eines Fachmannes ins Boot zu holen.

„Ich wollte 10km laufen und schaffte nicht einmal zwei
Wieso gleich 10km? Wieso eigentlich immer gleich eine bestimmte Streckenlänge? Wieviel sind Sie gestern gelaufen? Oder vor einer Woche oder vor einem Monat? Null? Dann sind doch fünf Minuten schon einmal mehr als bisher. Wen interessieren schon Kilometer. Und das nächste Mal gehen vielleicht sieben Minuten und irgendwann 15 und mehr. Kleine Ziele, die erreichbar sind, motivieren. Führen Sie sich immer wieder vor Augen, was war, von welcher Ausgangssituation Sie gestartet sind. Sie befinden sich in einem neuen Leben!

„Ich war auf einem Geburtstag eingeladen, da kann man doch eine Ausnahme machen
NEIN! Kann man nicht. Gerade am Anfang muss der neue Weg eingehalten werden. Mind. 50% des neuen Lebensstils spielen sich nur im Kopf ab. Oder haben Sie um 23:00 Uhr tatsächlich noch das Verlangen nach einem Stück Torte? Ist es auf einer Familienfeier nicht eher der Gruppenzwang? 

Ebenso das Argument des All-Inclusive Urlaubs. Wenn`s im Preis „drinne“ ist, na dann muss „reingeschaufelt“ werden. Für mich der größte Schwachsinn. Oder essen Sie das morgens zu Hause auch? Bratwürste mit Bohnen zum Frühstück? 5 Mahlzeiten am Tag inklusive Vor- und Nachspeise? Raubbau am eigenen Körper nur weil es nichts kostet? Puh, damit habe ich so meine Schwierigkeiten und trainiere dies meinen Kunden aus. Fitness, Gesundheit und Anstand sind Tugenden.

„Ins Fitnessstudio gehe ich morgen
Meine Meinung ist, dass mindestens die Hälfte aller Anmeldungen in einem Studio Alibianmeldungen sind. Zu wissen, Sie können jederzeit hingehen, ist beruhigend. Zu beruhigend. Im Vergleich zum Personal Training besteht hier ein vereinbarter Termin, was die Angelegenheit schon verbindlicher gestaltet.

„Das Wetter ist heute nix
Hm, da wird`s in unseren Gefilden schon schwer. Bei uns sind die Winter eben nass und dunkel, die Sommer heiß und trocken, der Herbst windig. Die Ausrede mit dem Wetter ist die schlechteste von allen! Und dass Sie sich erkälten, wenn Sie bei Regen draußen Sport treiben, ist ein Mythos. Sonst wären ja alle Sportler Dauerkrank. Ganz im Gegenteil, Sie stärken zusätzlich Ihr Immunsystem und sind dadurch gegen die ein- oder andere Erkältung gefeit. 

Apropos Mythos: Ein oftmals unbeachtetes Hindernis zum Erfolg sind die sogenannten „Fitness Mythen“. Thesen, die Sie irgendwo einmal aufgeschnappt haben, es aber keine handfesten Beweise dafür gibt: Binnen einer Woche zur Strandfigur oder innerhalb kürzester Zeit das Fett wegschmelzen lassen? Oder die Mär vom verkürzten Muskel? 

Die schonungslose Aufklärung darüber erfolgt in meinem nächsten Blog Anfang September. Seien Sie gespannt…

Zum Ende noch ein Hinweis: Bestimmt haben Sie sich schon gefragt, wie oft Sie sich in der Woche bewegen müssen, damit es etwas bewirkt. Dies kommt natürlich auf die Intensität und Dauer an, mit der Sie die Sache betreiben. Aber wir Otto Normalverbraucher können uns an folgender Regel orientieren:
Ein Mal ist keinmal, bei zwei Mal pro Woche wird der Level gehalten, alles was darüber hinaus geht fördert die Weiterentwicklung.
Betreiben Sie es vor allem regelmäßig. Bauen Sie feste Zeiten und Tage in Ihren Wochenplan ein. Aber denken Sie bitte auch an die lohnende Pause und vermeiden Sie in den ersten Wochen ein Übertraining, bis sich Ihr Organismus an die neue Belastung gewöhnt hat. Sie vermeiden dadurch Verletzungen. Holen Sie sich professionellen Rat!

Ich drücke Ihnen alle Daumen für Ihre erfolgreiche Umsetzung. Scheuen Sie sich nicht, mir Ihre Fragen zu stellen.

Sportliche Grüße, 
Ihr Andreas Wurm

*Zitat aus dem neuen Testament – Evangelium nach Matthäus

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